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Jetzt mal ehrlich...

Jörg Lanius schenkt reinen Wein ein – Thema: „Bessere" Weine

Jörg Lanius
VDP-Stempel

Herr Lanius, Ihr Weingut Lanius-Knab in Oberwesel, gehört zur Region Mittelrhein. Sie sind Mitglied im Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter, VDP. Was bedeutet das für den einfach nur Weininteressierten: Ihre Weine sind super aber unter 10 Euro geht gar nichts?

Mit dem Preis hat das sicherlich nichts zu tun, es geht mehr um die Qualität. Der Traubenadler auf der Kapsel ist die Garantie dafür, dass hier erstklassige Weine produziert werden, in niedrigen Hektarerträgen und hoher Qualität: dafür steht der Adler.
 

VDP-Winzern wird einiges abverlangt, um den Qualitätsstandards der VDP gerecht zu werden. Was machen Sie anders als Nicht-VDP-Winzer?

Da ist zunächst die Frage, woher die Lagen kommen, welchen Grundbesitz man hat. Es sind nicht alle Lagen der Güte nach gleich. Ein VDP-Betrieb muss also schon ein besonderes Lagenportfolio haben. Die Bearbeitung muss das ganze Jahr über naturnah sein und wir dürfen auf der gleichen Fläche weniger ernten als die Kollegen, was allerdings dann natürlich auch dichtere Trauben und Weine bedeutet.

Schmeckt ein Laie diesen Aufwand heraus oder muss man als Weinkonsument Erfahrung haben, um die VDP-Qualitätsstandards im Wein wiederzufinden?

Sicherlich braucht man dazu den Vergleich. Wenn man nur eine Flasche hat, ist es natürlich etwas schwierig aus dem Gedächtnis heraus zu probieren. Aber auch der Laie kann durchaus die Unterschiede schmecken.

„Wein verstehen und genießen“ lautet der Titel eines Fachbuchs: Braucht ein Weintrinker mehr Verstand als ein Biertrinker?

Nein. Letztendlich kommt es auf den eigenen Geschmack an. Es gibt aber beim Wein eine deutlich größere Vielfalt als beim Bier. Deshalb sollte der Weintrinker immer wieder mal probieren. Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Er sollte sich trauen auf seinen eigenen Geschmack zu vertrauen. Weil aber die Weinwelt so groß und auch kompliziert ist, kann man – wenn man Spaß daran hat – sich zusätzlich belesen, damit man das, was man schmeckt, auch mit Verstand erfassen kann.

Herr Lanius, jetzt mal ganz ehrlich: Was empfinden Sie, wenn Sie erkennen, da hat einer absolut keine Ahnung von Weinen, kauft aber Ihre VDP-Weine, um damit vor seinen Gästen gut dazustehen?

Natürlich möchten wir, dass unser Wein auch gewürdigt wird, dass die Kunden, die den Wein kaufen und trinken auch voll hinter dem Wein stehen – mit und ohne Auszeichnung vom VDP. Aber es ist natürlich schon so, dass das Zeichen des VDP, der Traubenadler, ein Garant für eine gewisse Mindestqualität ist und die ist sicherlich deutlich höher als das, was der „normale Kollege“ in die Flasche bringt. Somit ist es tatsächlich so, wenn sich der Kunde unsicher ist, sich in der Vielfalt des Weins nicht auskennt, ist er mit dem VDP Traubenadler auf der sicheren Seite. Das heißt natürlich nicht, dass andere Kollegen, außerhalb vom VDP nicht auch gute Weine haben. Aber Sie haben halt die Bestätigung, die Anerkennung durch den Traubenadler nicht.

Welchen Ihrer Weine sollte ein Weininteressierter unbedingt probieren, warum sollte er ihn probieren und was kostet dieser Wein?

Er sollte natürlich alle probieren, weil er nur so einen Überblick bekommt. Kein Wein ist ideal für alle Anlässe. Jeder Wein hat seinen Anlass und jeder Mensch hat seine persönlichen Vorlieben. Als Weinfreund muss man seine eigenen Vorzüge kennenlernen. Dafür muss man viel probieren, dann wird man auch den richtigen Wein für sich herausfinden. Aber selbstverständlich gibt es auch einen Einstiegswein. Beginnen sollte man immer mit dem Gutswein. Unser Gutswein aus dem Jahr 2015, feinherb, ist ein relativ fruchtiger, frischer Wein, der zum Zechen einlädt. Darauf aufbauend kann man gut auch alle anderen probieren. Der Gutswein kostet 7,50 Euro.